Archive for the ‘Arbeit und andere Verbrechen’ Category

Geruchsneurose

Samstag, Mai 28th, 2011

Die Welt versinkt in Deospray,
das Volk mag sich nicht riechen,
weil hinter ja, jawohl, o.k.
die Feigen sich verkriechen. 

Wer stets jasagend feige lebt
will gern vor Scham versinken.
Wer nur am Arsch von Bossen klebt
muss auch beschissen stinken. 

Wer aufrecht sich zum Himmel reckt
darf nach sich selbst noch duften.
Nur wer als Sklave sich versteckt
muss stinken und auch schuften. 

In Deospray versinkt die Welt,
die Feigheit ist hier Bürgerpflicht.
Mit Deospray verdient man Geld.
Mit Schweiß leider nicht.

Urlaub

Dienstag, Mai 24th, 2011

Eine Stunde Tretboot fahren,
dann zwei Runden Minigolf
und auch nicht beim Essen sparen.
Ich bin hungrig wie ein Wolf.
Nachmittags ins Schwimmbad gehen,
brutzeln, baden und zwei Bier.
Kurz mal nach der Uhrzeit sehen,
Mist, es ist schon fünf vor vier.
Kaffee trinken, zwei Stück Kuchen
ein Likörchen hinterher.
Schnell noch eine Rundfahrt buchen,
sonst gibt’s keine Plätze mehr.
Aufgetakelt auf die Piste,
fröhlich machen Bier und Wein.
Baggern steht nun auf der Liste,
im Urlaub schläft man nicht allein.
Leider hat man nur drei Wochen,
bald schon ist der Spaß vorbei
und erschöpft bis in die Knochen
ist der Aufbruch schwer wie Blei.
Schnell noch etwas Schönes kaufen,
mit Kredit kann man bezahlen.
Meine Zeit ist abgelaufen.
Mit soviel Urlaub kann man prahlen.

Mittwoch, September 8th, 2010

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Arbeit

Freitag, August 27th, 2010

Jeden Morgen schreit der Wecker
jagt die Menschen aus den Betten.
Jeder Schuster, jeder Bäcker,
jeder will die Wirtschaft retten.
Von den Bonzen angetrieben
produzieren sie Massenware.
Wären sie zuhaus’ geblieben
gäbe es keine Modezare.
Handwerk heißt von Hand gemacht,
unser Werk tun heut’ Maschinen
keiner weiß mehr, wie man lacht,
jeder will mehr Geld verdienen.
Statt zur Arbeit geh’ zum Schaffen
fröhlich in den Tag hinein.
Lass den Nachbarn neidisch gaffen.
Arbeit macht die Welt gemein.

Besitz

Freitag, August 27th, 2010

Fröhlich sammelt Mensch sich Habe,
wähnt sich stolz in Sicherheit,
sieht Besitz als seine Nabe,
dreht sich um, erblasst vor Neid
weil der Nachbar noch mehr hat.
Eigentum macht nimmer satt.
Zeit türmt hoch und höher Güter,
voll sind Schränke, Kästen, Laden.
Nur für Dinge ist Mensch Hüter,
sammeln heißt der rote Faden.
Von der Wiege bis ins Grab:
sammle viel, gib wenig ab.
Was der ganze Tand zerdrückte
weiß nur jener zu berichten
den das Los mit Not beglückte
und der lernte zu verzichten.
Wer nichts zu verlieren hat
wird von Luft und Liebe satt.

Bürger

Freitag, August 27th, 2010

Bürger fressen Tütensuppen.
Bürger finden Models schön.
Bürger ficken Plastikpuppen
und sie gehen gern in Gruppen
wenn sie in die Kirche geh’ n.
Bürger haben Schwiegermütter,
Drachenkämpfer sind sie nicht.
Bürger spielen edle Ritter,
sperren Menschen hinter Gitter.
Bürger lieben ihre Pflicht.
Bürger glauben ihren Pfaffen,
machen was der Führer will.
Bürger sind wie Menschenaffen,
wenn sie auf nackte Möpse gaffen
steht ihr Hirn endgültig still.
Bürger tragen Bügelfalten,
manche Bürger im Gesicht.
Bürger lassen sich verwalten
und sie wollen Recht behalten,
nur für sich. Für andre nicht.

Burschenschaften

Freitag, August 27th, 2010

Der deutsche Depp liebt den Verein
denn Dummheit ist nicht gern allein.
Verborgen in den Deppenmassen
kann Depp sich einfach treiben lassen.
Auch beim studieren braucht noch heute
der Dumme seine Deppenmeute,
wo Wissen er in das Loch kippt,
das hirnlos auf den Schultern wippt.
Von gleichen Deppen abgefragt
hat der, der Ja und Amen sagt,
schon bald erworben seinen Schein,
doch nur als Mitglied im Verein.
So gut dressiert beginnt er aufzusteigen,
kann allen andren Deppen zeigen,
dass er zu ihrem Club gehört
und kein Gedanke die Karriere stört.
Bis an die Bahre wird sein Leben
nie nach der eignen Meinung streben
und selbst noch auf dem Totenbett
denkt er an sein Gesangsquartett.
Um deutsche Dummheit auszurotten
begrabt Vereine mit den Toten.
Wer allein durchs Leben gehen muss
entkommt nur selten einem Musenkuss.

Ehre

Freitag, August 27th, 2010

Ich bin ehrlos aber ehrlich,
eure Ehre stinkt nach Lügen.
Ehre soll nur euch und mich
um das Menschenrecht betrügen.
Ehrbar schlachten edle Ritter
Heiden, Ketzer, Hexenmeister.
Ehre schmeckt für manchen bitter,
süß nur für die kleinen Geister.
Ehrbar sind die eitlen Pfaffen,
wenn sie nicht mit Knaben spielen,
eifrig Land und Güter raffen.
Ehre dient den falschen Zielen.
Ehrbar trägt der Mann Krawatten,
falsche Zähne, falsches Lachen,
warnt vor neuen Attentaten.
Wer wird wohl die Planung machen?
Ehrbar treiben Nazihenker
alles Fremde in den Tod.
Ehre ist kein Wort für Denker,
Ehre schmeckt für mich nach Kot.

Eile

Freitag, August 27th, 2010

Wer rast so spät durch Wind und Nacht
bis an den nächsten Baum?
Wer hat als Sieger sich gedacht
über Zeit und Raum?
Wer will überall der Erste sein
bei Arbeit, Sport und Spiel?
Wer ist als Sieger stets allein,
sieht nicht den Weg und nur das Ziel?
Wer kennt das Wort nicht: Müßiggang,
ist immer nur in Eile?
Wem dauert alles viel zu lang,
wer stirbt vor Langeweile?
Wer ringt vor Stress nur noch nach Luft,
hat keine Zeit zum Schnaufen?
Wer riecht nicht mehr der Blumen Duft
und muss sich Düfte kaufen?
Wir alle rennen durch die Welt.
Wir sind vom Wahn besessen,
dass nur der Schnellste etwas zählt.
Wir haben uns vergessen.

Es lebe die Geschwindigkeit,
sie stiehlt uns unsre Zeit.

Fortschritt

Freitag, August 27th, 2010

Vitamine ohne Früchte fressen
und Meilen ohne Füße rennen.
Die eigne Schöpferkraft vergessen,
um am Arbeitsplatz zu pennen.
Jeden Tag ein Spielzeug kaufen
statt mit Anderen zu spielen
und sich ins Delirium saufen,
um die Leere nicht zu fühlen.
In pervertiertem Balzverhalten,
parfümiert in Kunstgestank
sich für den Discoking zu halten.
Pack den Tiger in den Tank.
Endlos könnt ich weiter zählen,
wie der Fortschritt uns verzehrt,
mich mit diesem Irrsinn quälen,
den das dumme Hirn begehrt.
Fortschritt ist ein Massenwahn,
begeistert jene allzu Dummen
die sterben auf der Autobahn.
Für die Toten gibt es Blumen.